Besuch aus Pilsen: Informationen aus erster Hand zu Industrie 4.0

Auch heuer besuchten uns wieder 31 Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule für Maschinenbau – die Strední prumyslová skola strojnická aus Pilsen – mit ihren Lehrkräften Petr Hlávka, Ivana Kurzová und Ivana Harmadyová.

Nach einer Begrüßung durch unseren Schulleiter, OStD Martin Wurdack, stellten Herr Graf und Herr Koller den Gästen das Industrie 4.0-Projekt für eine „Smart Factory“ an der Berusschule Amberg vor.

Danach erhielten sie eine Führung in das Labor für Mikrocontroller und in den Raum für die Grundausbildung Fertigungstechnik sowie die Schweißerei, die gemeinsam mit der fachpraktischen Ausbildung der Fachoberschule genutzt wird. Im Labor für Mikrocontroller demonstrierten die beiden Schüler der Klasse FSMT1, Johannes Hilburger und Michael Penzo, die Unterrichtsprojekte „Balancierbrett“ und „Kamerasystem zur Kollisionserkennung“.

Darüber hinaus durften die Schülerinnen und Schüler auf einem Raspberry Pi mit einem Gameboy-Emulator eine Runde „Super Mario“ spielen und erfuhren, dass der Raspberry Pi von uns im Fach Softwareentwicklung natürlich für Programmierübungen verwendet wird. Auch zwei Arduino-Projekte von Maximilian Friedl – eine Ampelsteuerung und ein digitales Thermometer – konnten unsere Gäste bewundern.

In der Werkstatt für die Grundausbildung zur Fertigungstechnik erklärte Herr Kölbl die Basisausbildung an den konventionellen Dreh- und Fräsmaschinen für die Berufe des Industrie- und Werkzeugmechanikers. Zudem konnte an ausgespannten Presswerkzeugen konkret auf die Anforderungen in der Ausbildungsrichtung Stanz- und Umformtechnik eingegangen werden.

In der Schweißerei wurde die geschichtliche Entwicklung der Schweißtechnik vom Sauerstoff-Acetylen-Schweißen über das Elektroschweißen bis hin zu den Schutzgasschweißverfahren aufgezeigt. Besonders interessant fanden die Gäste die Übungseinheiten der Schüler aus der Fachoberschule, die gerade ihre ersten Werkstücke mit dem WIG-Schweißgerät fertigten. Erwähnenswert hierbei ist, dass auch in der tschechischen Sprache der Begriff WIG (Wolfram – Inert Gas) und nicht die anglo-amerikanische Bezeichnung TIG (Tungsten – Inert Gas) verwendet wird.

Im Anschluss an das Mittagessen in unserer Kantine machten wir gemeinsam mit den tschechischen Kollegen einen Spaziergang zum ACC, vorbei an den Sehenswürdigkeiten Deprag Schulz GmbH (ehem. Bayrische Gewehrfabrik), der Stadtbrille, dem Kurfürstlichen Zeughaus, der Kirche St. Martin und dem Rathaus um sie danach wieder Richtung Heimat zu verabschieden.

Florian Koller und Robert Kölbl

 

Auf dem Weg zur Schule 4.0

In Amberg hat sich die Firma Siemens auf diesem Gebiet bereits einen Namen gemacht. Nun wird auch das Berufliche Schulzentrum zu einer "Modellschule Wirtschaft 4.0", um den mehr als 3000 Schülern vernetzte Produktionsstätten anbieten zu können. 

Der Begriff "Industrie 4.0" steht für die sogenannte vierte industrielle Revolution, die eine intelligente und flexible, an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden ausgerichtete Produktion zum Inhalt hat. Die Grundlage dafür bilden digitale Systeme, die untereinander, aber auch mit Menschen vernetzt sind und kommunizieren können.

Schritt in die Zukunft

Das Berufliche Schulzentrum erhält auf dem Weg zur Modellschule Unterstützung durch das Förderprogramm "Industrie 4.0" des Bayerischen Kultusministeriums, um das sich die Einrichtung mit einem ausgefeilten Konzept beworben und den Zuschlag erhalten hat. Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Martin Wurdack, sowie das verantwortliche Organisationsteam um Rainer Graf (Mechatronik) und Michael Kaulbach (Metalltechnik) freute sich gemeinsam mit OB Michael Cerny über diese Nachricht, die für Cerny laut Pressemeldung einen wichtigen Schritt in ihrer technologischen Weiterentwicklung bedeutet.

Nur noch Cham hat in der Oberpfalz den Zuschlag für die Teilnahme an dem Projekt erhalten. Dieses wird vom Bayerischen Kultusministerium mit 50 Prozent der Gesamtsumme von 225 000 Euro gefördert. Der Zweckverband der Berufsschulen Amberg-Sulzbach trägt die andere Hälfte der Kosten für diese Maßnahme, mit der das Schulzentrum eine eigene "Smart Factory" aufbauen will. Dazu arbeitet die Schule unter anderem mit der städtischen Wirtschaftsschule, der Berufsober- und der Technikerschule sowie mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule intensiv zusammen - und bei Letzterer nicht nur mit den Amberger Studienzweigen Elektrotechnik und Maschinenbau.

"The Ear" als Baustein

"Es ist ebenso geplant, in Zusammenarbeit mit der betriebswirtschaftlichen Fakultät ein Marketingkonzept erstellen zu lassen", berichtet Michael Kaulbach, der die Bewerbung für die Fördermaßnahme vorbereitet hat und das Projekt auch in Zukunft begleitet. Doch bevor es soweit ist, gilt es zunächst einmal eine eigene Fertigungsstraße inklusive eines automatischen Transportrobotersystems zu errichten.

Ein wichtiger Baustein ist das bereits in der Vergangenheit entwickelte Electro-Acoustic-Radiometer-System "The Ear", mit dessen Hilfe die Lautstärke in einem Raum gemessen werden kann und das bereits in mehreren Amberger Kindergärten und Grundschulen eingesetzt wird. Ziel ist es, dieses gezielt den Kundenwünschen anzupassen und weiter zu vertreiben sowie weitere Produkte zu entwickeln. "Das kann freilich nur gemeinsam mit starken Partnern gelingen, wobei wir unter anderem auf Siemens, SAP und Festo zählen können", betont Michael Kaulbach.

Amberger Zeitung vom 14.12.2017
 

SchilF zum Thema "Englisch im gewerblichen Unterricht"

Die Fachschaften Metall- und Elektrotechnik veranstalteten Anfang Juli eine schulinterne Lehrerfortbildung (SCHILF) über das Erasmus+-Projekt „Englisch im gewerblichen Unterricht“.

In unserer globalisierten Welt werden auch die Auszubildenden immer mehr mit englischen Fachbegriffen konfrontiert, sei es in Bedienungsanleitungen oder im persönlichen Umgang mit ausländischen Mitarbeitern und Partnerfirmen. Dabei ist die englische Sprache Grundlage jeglicher Kommunikation.

Dies veranlasste die gewerblichen Abteilungen am BSZAM an einem Erasmus+-Projekt in Dublin teilzunehmen. Im Rahmen dieses Projektes konnten 12 Lehrkräfte in 7 Tagen an einer englischen Schule, bei Firmenbesichtigungen und in ihren Gastfamilien ihre Englisch-Kompetenzen erweitern.

Am Alpha-College Dublin wurden in ganztägigen Sprachkursen Themen des "mechanical engineering" unterrichtet, z. B. cardinal numbers, fractions and decimals, percentages and arithmetic, properties and material testing, specifications, passive for processes.

Auch das irische Bildungssystem und die irische Geschichte wurden vorgestellt.

Einen Einblick in modernes Unternehmertum wurde uns vor Ort bei den Global Players SAP und GOOGLE gegeben.

Dabei wurde uns u.a. aufgezeigt, wie viel Wert in diesen Unternehmen auf freies kreatives Arbeiten gelegt wird und wie damit hohe Motivation und Effektivität erreicht werden können.

Die am Projekt beteiligten Lehrkräfte berichteten in der SchilF über die während ihres Dublin-Aufenthaltes gesammelten Erfahrungen und gaben die gelernten Fähigkeiten an das Kollegium weiter. In den Metallklassen werden künftig einige Fachstunden, die sich anbieten, in Englisch gehalten. Die Azubis sollen Wortschatz, Sprachfunktion und Grammatikbereiche u.a. durch englische Originalunterlagen üben. Die jeweiligen Themen und Methoden werden in die didaktischen Jahrespläne eingefügt.

Mit dem zugewonnenen Erfahrungsschatz können die Auszubildenden zukünftig besser auf ihre KMK-Zertifikatsprüfungen vorbereitet und sprachliche Barrieren abgebaut werden. Unterstrichen wird das im jeweiligen Abschlusszeugnis, das nach dem europäischen Qualitätsrahmen (EQR) zertifiziert ist.

Bernhard Mikuta und Michael Kaulbach

 

„Nichts auf der Welt ist schlimmer als der Krieg!“ – erlebte Geschichte

Von einem besonderen Glücksfall kann man sprechen, wenn sich Zeitzeugen finden, die von ihren ganz persönlichen Erfahrungen berichten und Geschichte dadurch greifbarer machen.

Wir, die Klasse WZM11a, hatten die einmalige Gelegenheit im Rahmen des Sozialkundeunterrichts einen Überlebenden des Zweiten Weltkriegs kennenzulernen.

Ungefähr in unserem Alter war unser Zeitzeuge Ludwig Meidinger, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Für ihn, seine Familie und Freunde war es eine schreckliche Zeit, die von Nahrungsmangel, Zerstörung, Gefangenschaft, Verlust und unsagbarer Angst geprägt war. Anhand vieler Einzelgeschichten schilderte er die „Nöte dieser Zeit“. Da ist es für uns nur verständlich, dass diese Erlebnisse für ihn auch heute noch unvergessen sind. „Nichts auf der Welt ist schlimmer als der Krieg!“, betonte Herr Meidinger immer wieder und stimmte uns damit nachdenklich.

Wir hätten gerne noch mehr Zeit mit dem Zeitzeugen verbracht, denn es sind gerade diese „echten Beschreibungen“ aus dem Munde eines Kriegsüberlebenden, die stärker berühren als Bücher oder Filme.

Herzlichen Dank für Ihren Besuch!
WZM11a
 

Sonderpreis für Berufsschule beim Crossmedia-Wettbewerb - Roller einfach ausgedruckt

Das Kultusministerium und der Bayerische Rundfunk hatten zum Cross­media-Wett­be­werb aufgerufen. Knapp 1.000 Schülerinnen und Schüler reichten insgesamt 175 Bei­träge ein. Den Sonderpreis in der 3D-Wertung konnte sich die Klasse WZM12b der Berufsschule Amberg sichern.

Damit gelang es den Werkzeugmachern aus Amberg mit ihrem Klassenleiter Thomas Fink in einem von Gymnasien dominierten Wettbewerb zu überzeugen. Als einzige Berufsschule in ganz Bayern konnte man mit dem Sonderpreis der Jury eine Auszeich­nung erringen.

Es drehte sich alles um kreative Ideen im Umgang mit digitalen Medien. Ministerium und BR suchten in sieben Sparten von Musik-Spund-Clips bis 3D nach Preisträgern. Zur Projektvorstellung waren die Klassen und Schülergruppen nach München zum Baye­rischen Rundfunk eingeladen. Nach den Präsentationen überreichten die Veranstalter die Preise an die Teilnehmer. „Auch wir Profis sind von der Originalität und dem Können der eingereichten Arbeiten beeindruckt“, sagte Jurymitglied Isabella Schmidt.

Den Anstoß zu diesem Projekt am BSZAM gab eine flapsige Schülerbe­mer­kung am 3D-Drucker, die lautete: „Da kann ich mir ja mein eigenes Fahrrad ausdru­cken."

Da ein Fahrrad ein technisch zu aufwändiges Projekt darstellte, wurde die Aufgabe auf einen fahrbereiten Scooter reduziert. Dabei galt es, möglichst viele Bauteile selbst zu konstruieren und mit einem 3D-Drucker herzustellen. Aufgrund der doch nicht unerheb­lichen Belastung, die beim Fahren auf das Fahrgestell wirkt, mussten einige Bauteile aus Metall hergestellt werden. Die dabei durchzuführenden Arbeiten wie z. B. das Konstruieren, Präsentieren oder Dokumentieren stellten eine gute Anbindung und Abrundung zum Lehrinhalt in den Lernfeldern Fertigungstechnik und Bauelemente dar.

Thomas Fink