„Was für ein Mensch willst du sein? Leben lassen.“

„Was für ein Mensch willst du sein? Leben lassen.“

Der Nebel lag noch wie ein dunkler Schleier über den Ruinen des Konzentrationslagers in Flossenbürg, als wir an der heutigen Gedenkstätte ankamen. Der Tag war mit einem vollen Programm gefüllt.

Zunächst sahen wir einen Film an, indem sich Überlebende des Holocausts vorstellten und von ihrer Vergangenheit in Flossenbürg erzählten. Sie schilderten von den grausigen Umständen, die ihr tägliches Leben bestimmten und von der Arbeit im Steinbruch, die sie im KZ verrichten mussten. Sie verrieten auch, was ihnen Hoffnung gab, um durchzuhalten. So hielt viele der Gedanke an die Familie am Leben. Einige von ihnen leben noch heute.

Anschließend besuchten wir eine Theateraufführung mit dem Titel „Was für ein Mensch willst du sein? Leben lassen.“, die von Schülern konzipiert wurde. Die Handlung spielte in einem kleinen Ort, in welchem die Anwohner immer mehr nationalsozialistisches Gedankengut entwickelten, angefangen bei der Ausgrenzung jüdischer Gemeindemitglieder bis hin zur Erbauung von Hungerhäusern und der Tötung von Unschuldigen. Im Mittelpunkt des Theaters stand die Euthanasie, also das damals als Gnadentot gerechtfertigte Töten von Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen. Zwischen 1939 und 1945 wurden ca. 240.000 Menschen im Deutschen Reich deshalb getötet. Besonders ergreifend ist die Tatsache, dass darunter zahlreiche Kinder waren. Die Schauspieler orientierten sich an realen Opfern, denen ihr Leben genommen wurde. Es wurde hervorgehoben, dass viele Ärzte und Pfleger in Anstalten versuchten, Patienten zu retten indem sie ihnen zur Flucht verhalfen. Auch in den Hungerhäusern, also den Einrichtungen, die einzig dafür erbaut wurden um die Patienten verhungern zu lassen, gab es Köche, die dem Essen verbotenerweise Fett zusetzten um die Betroffenen länger am Leben zu erhalten. Dadurch gefährdeten sie ihr eigenes Leben und das ihrer Angehörigen, setzten aber ein Zeichen.

Anschließend bekamen wir von Herrn Hagn noch eine Führung über das Gelände, wobei wir zahlreiche Informationen über das damalige Tagesgeschehen erlangten. Ein wichtiger Fakt über die Gedenkstätte Flossenbürg ist, dass dort nichts nachkonstruiert wurde, sondern alle Gebäude erhalten wurden. Es ist grausam, sich vor Augen zu führen, was Menschen anderen Menschen antun können und daher umso wichtiger, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass so etwas nie wieder passieren darf.

FS13

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