Medienrecherche mit gesunder Skepsis

Medienrecherche mit gesunder Skepsis

Auf Einladung von Herrn Irl berichtete Gerhard Schiechel, Leiter des Studios des Bayerischen Rundfunks in Regensburg, an der FOS/BOS Amberg über den Journalismus im Allgemeinen, sein Berufsbild aber auch über die Verantwortung der Branche gegenüber der Gesellschaft.

Herr Schiechel, der selbst FH-Absolvent ist und nach seinem Studium einen Abschluss an der Journalistenschule in München machte, stellte zu Beginn das Modell einer Nachrichtenpyramide dar, mit welchem Journalisten ihre Meldungen konzipieren. Darüber hinaus betonte er die Wichtigkeit des Journalismus in seiner Rolle als vierte Gewalt. Diese stelle die Kommunikationsbrücke zwischen der Öffentlichkeit und der Politik her und dient somit als Plattform zur freien Meinungsäußerung.

Zwischendurch pflegte er in seine Darstellungen unterhaltsame Anekdoten aus dem eigenen Berufsalltag ein und erläuterte unterhaltsam, wo die Grenzen des investigativen Journalismus lägen, wie seriöse von unseriösen Quellen unterschieden werden könnten und wie wichtig die Neutralität eines Journalisten sei.

Er beantwortete zahlreiche Fragen der Zuhörer. Beispielsweise inwiefern sich der massive Einsatz der sozialen Medien - wie Facebook oder Youtube - auf die Branche auswirke. Hierzu erklärte er, dass im Gegensatz zu früher - wo es für ein Millionenpublikum üblich war, nur ein Hauptmedium (z.B. das Radio) zu nutzen - nun viel mehr Menschen die Möglichkeit hätten, ihre eigenen „Nachrichten“ über diese neuen Plattformen an ein ebenso großes Publikum zu richten.

Auf die Frage, wie er mit dem populären Generalverdacht der „Fake News“ umgehe, antwortete er, dass auf der einen Seite die Branche selbst Fehler gemacht hätte und sich beispielsweise in der Flüchtlingsdebatte unprofessionell verhalten hätte. Er wies aber auch auf den stellenweise enormen Druck der Autoren hin, einen Artikel abliefern zu müssen, was zu Ungenauigkeiten in der Berichterstattung geführt habe.

Ganz grundsätzlich gab er den Schülerinnen und Schülern den Rat, bei jeglicher Art von Nachrichten eine gesunde Skepsis an den Tag zu legen. Nach der Verabschiedung durch Herrn Irl konnte jeder, der mochte, noch ein Manuskript zum Pressekodex mitnehmen. An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an Herrn Schiechel für seinen sehr interessanten Vortrag!

Felix Blume, BTS 11

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