"Nichts ist so, wie es scheint!"

"Nichts ist so, wie es scheint!"

Im Rahmen unserer fachpraktischen Ausbildung in der 11. Klasse besuchten wir den „Turm der Sinne“ in Nürnberg. Dort nahmen wir an einer „Gedächtnisführung“ teil.

Das Programm beinhaltete hauptsächlich Erfahrungen mit Sinnestäuschungen und vieles Mehr zum Thema "Gedächtnis". Als wir ankamen wurden wir als Erstes in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Danach betraten wir den ersten Raum des Turms. Das Besondere an ihm war, dass er einfach komplett schief war. Sowohl der Boden, als auch die Decke und die aufgemalten Fenster an den Wänden wichen von der Vorstellung eines gewöhnlichen Raumes ab. Die eine Seite des Zimmers war einfach viel höher, als die andere. Das Verblüffende daran war, dass dieser schiefe Raum durch eine Kamera betrachtet komplett gerade aussah. Die Kamera war nicht manipuliert, sondern wohl eher unser Gehirn. Der Tour-Führer erklärte uns, dass wir den Raum durch die Kamera betrachtet "normal" wahrnehmen würden, da unser Gehirn sich automatisch an bisher gemachte Erfahrungen mit "geraden Böden" orientiere. Außerdem erzählte er uns, dass solche Räume für einen gewissen Effekt in vielen Filmen, wie beispielsweise "Harry Potter" benutzt werden. Mittels einer Schräge im Raum kann man Menschen nämlich viel größer beziehungsweise kleiner wirken lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Die acht zu Beginn genannten Begriffe wusste mittlerweile keiner mehr vollständig, als wir danach gefragt wurden.

Daraufhin führte eine schmale Treppe nach oben und wir gelangten zum nächsten Bereich. In dieser Etage ging es um den Geruchssinn. Jeder von uns bekam ein Stück Traubenzucker. Wir wurden gebeten, diesen zu essen. Allerdings sollten wir währenddessen unsere Nase zuhalten. Wir stellten fest, dass wir kaum einen Geschmack wahrnehmen konnten, erst als wir wieder durch die Nase atmen konnten, kam die Süße des Traubenzuckers zur Geltung. Der Geruchssinn spielt beim Schmecken also eine entscheidende Rolle. Dann erklärte er uns, dass der Geruchssinn der einzige unserer Sinne sei, der direkt mit dem Gedächtnis gekoppelt ist. So können bestimmte Gerüche bei uns unweigerlich gewisse Erinnerungen und auch Gefühle auslösen. Beispielsweise denken viele Leute beim Geruch von Zimt sofort an Weihnachten oder ekeln sich nach einer schlechten Erfahrung vor dem Geruch einer speziellen Alkoholsorte. Anschließend wies er auf einige Döschen hinter sich hin, die alle verschiedene Düfte beinhalteten. Unsere Aufgabe war es nun, diese zu erkennen.

In den nächsten Stockwerken kamen viele weitere Sinnestäuschungen auf uns zu. Des Weiteren erlernten wir eine Technik zur Verbesserung des Kurzzeitgedächt-nisses. Mit dieser Methode kann man sich viel mehr Dinge, beispielsweise die Zutaten einer Einkaufsliste, merken. Dafür sollten wir uns einen Raum vorstellen, den wir gut kennen. Dann zählte er acht verschiedene Begriffe auf und bat uns diese in unserer Vorstellung nach der Reihe im Uhrzeigersinn in diesem Raum abzulegen. Durch die bildliche Verknüpfung der Begriffe mit den Orten war es tatsächlich leichter, sich diese zu merken.

Alles in allem war der Ausflug eine interessante Erfahrung und gut für unsere Klassengemeinschaft.

Alisa Hodzic, FS11c

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