Medienbildung im Schulkino

Medienbildung im Schulkino

In diesem Schuljahr steht im Ethikunterricht der 12. Klassen an der Berufsschule, insbesondere in der Elektroabteilung, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Courage im Zentrum unseres Religions- und Ethikunterrichts.

In diesem Zusammenhang besuchten wir während der Schulkinowochen den Dokumentarfilm „September 5", der die Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 in München aus der Sicht eines Fernsehteams schildert. Dieses übernimmt plötzlich und unvorbereitet statt der sportlichen Berichterstattung die Live‑Übertragung des Terroranschlags. Dabei rücken die schwierigen Entscheidungen der Journalistinnen und Journalisten sowie die Verantwortung der Medien in den Fokus.

Durch den Kino-Besuch wurde deutlich, dass die Darstellung von historischen Ereignissen in Form eines Spielfilms nicht nur Fakten transportiert, sondern auch emotionale und ethische Bewertungen mit sich bringt. Interessant war dabei sicherlich auch, welche Kommunikations- und Aufzeichnungstechniken im Jahr 1972 zur Verfügung standen und wie sich diese im Vergleich zu heutigen Standards entwickelt haben.

In der Vor- und Nachbereitung diskutierten wir darüber hinaus Fragen wie "Sollten Medien während einer Geiselnahme live berichten?" oder "Welche Verantwortung tragen Journalistinnen und Journalisten gegenüber der Öffentlichkeit?" Dabei analysierten die Klassen, inwiefern die Perspektive des Fernsehteams das Geschehen prägt und welche Konsequenzen daraus für die journalistische Praxis resultieren, welche Rolle der Pressekodex in Krisenlagen spielt und wie Falschinformationen entstehen können.

Die Auseinandersetzung mit Themen wie Terrorismus, Nahostkonflikt, politischer Verantwortung und Medienethik soll das kritische Denken unserer Schülerinnen und Schüler stärken und ein Bewusstsein für die Bedeutung einer verantwortungsbewussten Berichterstattung fördern.

Susanne Graf und Alexandra Bauer

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