Wer Geld nachmacht oder verfälscht …

Wer Geld nachmacht oder verfälscht …

Auch in diesem Jahr informierte Herr Gerl von der Deutschen Bundesbank Regensburg die Schülerinnen und Schüler der Klassen WEH10a und WBA11 der Berufsschule in einem interessanten Vortrag über das Falschgeld.

Zu Beginn konnten die Schüler einen alten DM-Schein begutachten. Bei der Deutschen Bundesbank werden immer noch DM-Geldscheine von hohem Wert umgetauscht.

Der Referent informierte darüber hinaus über die rechtlichen Grundlagen. Dabei ist vor allem die Bestimmung aus dem Strafgesetzbuch wichtig, die besagt, dass es eine Straftat ist, Geld zu fälschen und in Verkehr zu bringen. Die Strafprozessordnung ordnet an, dass falschgeldverdächtiges Geld an die Deutsche Bundesbank zu leiten ist.

§ 146 Geldfälschung (Strafgesetzbuch)

(1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer
1. Geld in der Absicht nachmacht, dass es als echt in Verkehr gebracht oder dass ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so verfälscht, dass der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird,
2. falsches Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder
3. falsches Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummern 1 oder 2 nachgemacht, verfälscht oder sich verschafft hat, als echt in Verkehr bringt.
(2) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Geldfälschung verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren.
(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

Vorsicht gilt bei der Herstellung von „Blüten“ oder Scherznoten. Diese müssen eindeutig als Scherznoten erkennbar sein, es darf keine Verwechslungsgefahr bestehen. Als Beispiel hatte der Referent einen 600 €-Schein mitgebracht.

Herr Gerl betonte, dass Banken verpflichtet sind, Falschgeld anzuhalten. Auch der Einzelhandel sollte Falschgeld anhalten. Hilfe bieten dabei Prüfgeräte und Einzahlungsautomaten. Diese erkennen falsche Scheine. Nur als echt geprüfte Scheine dürfen von Banken wieder in Umlauf gebracht werden.

Liebling der Fälscher ist nach wie vor der Fünfziger. 70 Prozent aller gefälschten Geldscheine sind 50 Euro-Scheine. 20 Prozent der Fälschungen sind Zwanziger, alle anderen machen 10 Prozent aus.

Wichtigster Teil des Vortrags war die Besprechung der Sicherheitsmerkmale. Diese wurden der Reihe nach vorgestellt und anhand von eigenen Geldscheinen verglichen. Bei der Echtheitsprüfung ist es wichtig, sich nie auf nur ein Merkmal zu verlassen. Also stets Sehen – Kippen – Fühlen.

Zu Ende des Vortrags durften die Schüler ein von der Deutschen Bundesbank einbehaltenes Falschgeld begutachten. Die Schüler stellten dabei fest, dass es große Qualitätsunterschiede bei den Fälschungen gibt. Manche sind sofort als Fälschung zu erkennen, andere nur nach Prüfung von mehreren Sicherheitsmerkmalen.

Claudia Fröhlich

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