Nicht wegschauen, sondern handeln

Nicht wegschauen, sondern handeln

Im April und Mai fanden in den 10. Klassen der Elektroabteilung an der Berufsschule Amberg erneut Workshops zum Thema Zivilcourage statt. Ziel der Veranstaltungen war es, die Schülerinnen und Schüler für mutiges und verantwortungsbewusstes Handeln im Alltag zu sensibilisieren.

Nach verschiedenen Übungen und Spielen zum Einstieg setzten sich die Schülerinnen und Schüler zunächst im Rahmen eines sogenannten „Meinungsbarometers“ mit unterschiedlichen Aussagen zur Zivilcourage auseinander. Aussagen wie „Ich würde meinem besten Freund sagen, dass seine Sprüche über andere nicht in Ordnung sind“ oder „Ich würde einer fremden Person helfen, wenn sie in der Öffentlichkeit beleidigt oder angegriffen wird“ regten dazu an, Position zu beziehen. Entsprechend ihrer Meinung positionierten sich die Jugendlichen im Raum. Diese Methode machte unterschiedliche Haltungen sichtbar, förderte den Austausch und regte zum Nachdenken an.

Im Mittelpunkt des Workshops stand anschließend eine intensive Gruppenarbeitsphase. Die Klassen arbeiteten in Kleingruppen an verschiedenen Dilemma-Situationen, etwa an der Frage, wie man auf eine regungslose Person an einer Bushaltestelle reagieren sollte oder wie einem beleidigten Praktikanten im Ausbildungsbetrieb geholfen werden kann. Gemeinsam wurde diskutiert, ob und auf welche Weise ein Eingreifen sinnvoll möglich ist. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Frage, wie Hilfe geleistet werden kann, ohne sich selbst zu gefährden oder die Situation eskalieren zu lassen. Dabei wurde deutlich, dass Zivilcourage viele unterschiedliche Formen annehmen kann – vom direkten Ansprechen über das Organisieren von Unterstützung bis hin zu deeskalierendem Verhalten.

Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler konkrete Handlungstipps für den Alltag. Dazu gehörten unter anderem das Holen von Hilfe, etwa durch Polizei, Sicherheitspersonal oder andere Erwachsene, das gezielte Ansprechen weiterer Personen zur Unterstützung, ruhiges und besonnenes Verhalten, das direkte Unterstützen von Betroffenen sowie das Beobachten und gegebenenfalls spätere Melden einer Situation.

Die Workshops wurden insgesamt sehr positiv aufgenommen. Die Übungen und Diskussionen machten deutlich, dass Zivilcourage kein Heldentum voraussetzt, sondern vor allem Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und den Mut, nicht wegzuschauen.

Melanie Dachs
Jugendsozialarbeiterin der Berufsschule (JaS)

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