Medienbildung im Schulkino
Medienbildung im Schulkino
Im Schuljahr 2025/2026 stand die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen zur Courage im Zentrum unseres Religions- und Ethikunterrichts in den 12. Klassen der Elektroabteilung.
Der Dokumentarfilm „September 5", den wir während der Schulkinowochen besuchten, schildert die Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 in München aus der Sicht eines Fernsehteams, das plötzlich und unvorbereitet statt der sportlichen Berichterstattung die Live‑Übertragung des Terroranschlags übernimmt. Dabei rücken die schwierigen Entscheidungen der Journalistinnen und Journalisten sowie die Verantwortung der Medien in den Fokus.
Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern haben wir in Vor- und Nachbereitung Fragen wie "Sollten Medien während einer Geiselnahme live berichten?" oder "Welche Verantwortung tragen Journalistinnen und Journalisten gegenüber der Öffentlichkeit?" diskutiert. Die Klassen analysierten, inwiefern die Perspektive des Fernsehteams das Geschehen prägt und welche Konsequenzen daraus für die journalistische Praxis resultieren, welche Rolle der Pressekodex in Krisenlagen spielt und wie Falschinformationen entstehen können.
Beim Kino-Besuch wurde deutlich, dass die Darstellung von historischen Ereignissen in Form eines Spielfilms nicht nur Fakten transportiert, sondern auch emotionale und ethische Bewertungen mit sich bringt. Welche Kommunikations- und Aufzeichnungstechniken im Jahr 1972 zur Verfügung standen und wie sich diese im Vergleich zu heutigen Standards entwickelt haben, interessierte unsere angehenden Elektronikerinnen und Elektroniker selbstverständlich ebenfalls.
Die Auseinandersetzung mit Themen wie Terrorismus, Nahostkonflikt, politischer Verantwortung und Medienethik soll das kritische Denken unserer Lernenden stärken und ein Bewusstsein für die Bedeutung einer verantwortungsbewussten Berichterstattung fördern. Gemeinsames Lernen, kritisches Reflektieren und der Wunsch, zukünftige Medienlandschaften aktiv und verantwortungsbewusst mitzugestalten, möchten wir unseren Abschlussschülerinnen und Schülern mitgeben.
Susanne Graf, Alexandra Bauer