Interkulturelles Projekt „Gemeinsam Brücken bauen“

Interkulturelles Projekt „Gemeinsam Brücken bauen“

Viele Kolleginnen und Kollegen und viele gute Geister (unzählbar wie un­schätzbar) waren am Gelingen der ersten, der vierwöchigen Phase des Interkulturellen Projektes Gemeinsam Brücken bauen am BSZAM be­teiligt. Hierin haben drei Klassen der Beruflichen Oberschule mit drei der Flüchtlingsklassen in 22 Doppelstunden viel Neues ausprobiert. Es wurden gemeinsam Papierbrücken gebaut, eine dreisprachige Stadtführung ge­plant und durchgeführt, theaterpädagogische Übungen gemacht, ein Fo­torätsel mit Miniaturen erstellt, Geschichten erzählt, Ball gespielt, eine Projektionswand bespannt, ein Schattenspiel einstudiert, eine Leonardo­holzbrücke aufgebaut und eingerissen, Erlebnispädagogik im Grünen erfahren, Minigedichte geschrieben, Indikatorversuche gemacht, Flaggen gemalt und vieles, vieles mehr.

Im Vorfeld wurden von Zimmerer Karl Müller mit seinen Schülern eine Holz­brücke und eine Schattenspielwand gefertigt, die während der 2. Pro­jektwoche zum Einsatz kommen sollten. Wenn in einem Schulzentrum Klassen unterschiedlicher Schularten zusammen kommen sollen, bedeutet das, sich unermüdlich durch die Tücken des Stundenplans zu schlängeln. Dabei darf man dann auch vor geteilten Klassen und Spontanentschlüssen nicht zurückschrecken. Vieles ist in dieser Zeit miteinander geschehen, nicht nur inhaltlich, sondern auch, was das Miteinander angeht. Der Charme eines solchen Vorhabens liegt im Gehen des Weges, dabei sind die Weggefährten und das hierbei Erlebte sehr wichtig.

In der zweiten Projektphase, der aktuell stattgefundenen Aktionswoche, wurden die Arbeiten nach und nach in der Aula ausgestellt. Am Freitag, den 15. Juli 2016 endete jene Aktionswoche mit dem Empfang der Ehrengäste und der Förderer.

Der Empfang der Ehrengäste und Förderer war eine gute Motivation für die Schüler, zu zeigen, was in ihnen steckt. Denn die nun kommenden Interkulturellen Projekttage wären ohne Unterstützung der Sparkassen­stiftung, der Stadtwerkestiftung Amberg und des Kulturreferates Amberg nicht möglich.

Höhepunkt der 2. Projektwoche waren die Aufführung eines Schattenspiels hinter einer eigens dafür gebauten 3 x 5 Meter großen Stoffwand und das international reichhaltige Büffet.

In der dritten Projektphase, dürfen nun die motiviertesten zwanzig Schüle­rinnen und Schüler der teilnehmenden Flüchtlings- und BO-Klassen im Zeitraum vom 18. bis 25.07.2016 an den Interkulturellen Projekttagen teilnehmen.
Externe Referenten unterschiedlicher künstlerischer Herkunft werden dann mit einer festen Gruppe Schüler (Flüchtlinge und BO Schüler) Workshops in ihrer jeweiligen Disziplin durchführen.

Sie werden dabei von Menschen angeleitet, die erfahren sind im Umgang mit jungen Menschen und die sich auch mit interkulturellen Gruppen auskennen. Hierfür konnten die interkulturell arbeitenden Poetry Slammer Pauline Füg und Sulaiman Masomi gewonnen werden um die Schüler in modernem Sprachausdruck zu fördern. Des Weiteren werden Gundula Liebisch und Matthias Kehl im Bereich Tanztheater mit den Schülern arbeiten. Sie sind durch Tanztheaterprojekte in Regensburg und München im Umgang mit herkunftsgemischten Schülergruppen erfahren. Achim Hüttner wird mit den Schülern mit verschiedenen Mitteln am persönlichen künstlerischen Ausdruck trainieren. Nicht zuletzt werden Michael Schober als Fotograf zusammen mit Regisseur Winfried Steinl arbeiten. Schober hat im Rahmen des BR-Formates „Here´s my story“ schon mit Flüchtlingen am BSZAM Kurzporträts über ihre Geschichte erstellt und Steinl mit seiner diesjährigen Eigenproduktion des Jugendtheaterclubs Amberg „DADORT­DAHEIM“ gezeigt, wie Integration gelebt werden kann.

Das Ziel des gesamten Projektes ist, dass unterschiedlichste Schüler zwischen 16 und 26 Jahren für sich und in der Gruppe ihre Lebendigkeit, ihre Intuition spüren lernen - mit Hilfe von Künstlern aus verschiedenen Ausdrucksbereichen. Dass sie merken, hoppla, der andere ist ja da auch neu und auch auf der Suche - und es ist egal, wo wer herkommt, wie wer aussieht, was wer sonst macht. Die Schüler können erleben, wie tief Eindrücke beim kreativen Arbeiten sein können, wie gut es tut, wenn man Anleitung dazu bekommt und mal für eine Zeit nicht vom Alltäglichen zerstreut wird, sondern ganz bei der Sache, ganz im Flow und ganz Mensch ist.

Das ist die verbindende Idee, die die Beteiligten zusammenbringt. Die Schüler haben im Verlauf der Wochen die Chance, das für sich selbst und als Gruppe bewusst zu machen.

Kerstin Klug

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