Erste Hilfe für die Psyche: Lehrkräfte absolvieren HSN-Kurs „Helfen in seelischer Not“

Am 22. Juli 2026 fand für interessierte Lehrkräfte des BSZAM die schulinterne Lehrerfortbildung (SchiLF) „Helfen in seelischer Not (HSN)“ statt. Unter der Anleitung von Herrn Helmut Runge erhielten die Teilnehmenden einen praxisnahen Einblick in den Umgang mit Menschen in seelischen Krisen.

Wie bei einem Erste-Hilfe-Kurs für körperliche Notfälle gilt auch bei seelischen Krisen: Je früher Menschen Unterstützung erhalten, desto besser. HSN ist ein wissenschaftlich fundierter Erstehelfer/-innen-Kurs für psychische Krisen, der Menschen dazu befähigt, Betroffene frühzeitig wahrzunehmen, anzusprechen und Unterstützung zu vermitteln.

Die Abkürzung HSN – Helfen in seelischer Not – steht gleichzeitig für die drei zentralen Handlungsschritte: Hinschauen – Sprechen – Netzwerken. Dabei lernen die Teilnehmenden, Warnsignale zu erkennen, Gespräche wertschätzend und sensibel zu führen sowie passende Hilfsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten einzubeziehen. Ziel ist es nicht, therapeutische Aufgaben zu übernehmen, sondern erste Unterstützung zu leisten und den Weg zu professioneller Hilfe zu erleichtern.

Entwickelt wurde HSN an der Universität Regensburg in Kooperation mit dem medbo Bezirksklinikum und dem Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit Josefstal. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.

Während der Fortbildung arbeiteten die Lehrkräfte mit konkreten Praxisbeispielen und setzten sich damit auseinander, wie sie in Situationen seelischer Krisen angemessen reagieren können. Dabei wurde auch deutlich, wo die Grenzen psychischer Erster Hilfe liegen: Sie ersetzt keine Therapie, kann aber ein wichtiger erster Schritt sein, damit Betroffene frühzeitig die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

Gerade im schulischen Alltag ist dieses Wissen von großer Bedeutung. Lehrkräfte stehen täglich mit vielen Menschen in Kontakt und können Veränderungen häufig früh wahrnehmen. Ob Schülerinnen und Schüler, Eltern oder Kolleginnen und Kollegen – psychische Belastungen können jeden Menschen betreffen. Die Fortbildung stärkt die Handlungssicherheit und unterstützt dabei, unsere Schule als einen Ort zu gestalten, an dem hingeschaut, zugehört und Hilfe vermittelt wird.

Die SchiLF wurde durch die Jugendsozialarbeiterinnen an Schulen (JaS) des BSZ Amberg - Melanie Dachs (Berufsschule) und Christina Fischer (FOSBOS) - koordiniert.

Ein herzlicher Dank gilt Herrn Helmut Runge für die informative und praxisnahe Durchführung der Fortbildung sowie allen teilnehmenden Lehrkräften für ihr Interesse und ihre engagierte Mitarbeit.

Melanie Dachs und Christina Fischer / Jugendsozialarbeiterinnen BSZ Amberg

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