Erste Hilfe für die Psyche: Helfen in seelischer Not
Erste Hilfe für die Psyche: Helfen in seelischer Not
Im Rahmen einer schulinternen Lehrerfortbildung (SchiLF) zum Thema „Helfen in seelischer Not (HSN)" erhielten interessierte Lehrkräfte des BSZ Amberg unter der Leitung von Helmut Runge einen praxisnahen Einblick in den Umgang mit Menschen in seelischen Krisen.
Wie bei einem Erste-Hilfe-Kurs für körperliche Notfälle gilt auch bei psychischen Belastungen: Je früher Menschen Unterstützung erhalten, desto besser. HSN ist ein wissenschaftlich fundierter Ersthelferkurs für psychische Krisen, der dazu befähigt, betroffene Menschen frühzeitig wahrzunehmen, anzusprechen und geeignete Unterstützung zu vermitteln.
Die Abkürzung HSN – Helfen in seelischer Not steht zugleich für die drei zentralen Handlungsschritte: Hinschauen – Sprechen – Netzwerken. Die Teilnehmenden lernten, Warnsignale zu erkennen, Gespräche wertschätzend und sensibel zu führen sowie passende Hilfs- und Unterstützungsangebote einzubeziehen. Ziel ist es nicht, therapeutische Aufgaben zu übernehmen, sondern Betroffenen Orientierung zu geben und den Weg zu professioneller Hilfe zu erleichtern.
Entwickelt wurde HSN an der Universität Regensburg in Kooperation mit dem medbo Bezirksklinikum und dem Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit Josefstal. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Während der Fortbildung arbeiteten die Lehrkräfte mit konkreten Praxisbeispielen und setzten sich intensiv mit der Frage auseinander, wie sie in Situationen seelischer Krisen angemessen reagieren können. Dabei wurde auch deutlich, wo die Grenzen psychischer Erster Hilfe liegen: Sie ersetzt keine Therapie, kann aber ein wichtiger erster Schritt sein, damit Betroffene frühzeitig die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Gerade im schulischen Alltag ist dieses Wissen von großer Bedeutung. Lehrkräfte stehen täglich mit vielen Menschen in Kontakt und können Veränderungen häufig früh wahrnehmen. Ob Schülerinnen und Schüler, Eltern oder Kolleginnen und Kollegen – psychische Belastungen können jeden Menschen betreffen. Die Fortbildung stärkt die Handlungssicherheit der Lehrkräfte und unterstützt das Ziel, unsere Schule als einen Ort zu gestalten, an dem hingeschaut, zugehört und Hilfe vermittelt wird.
Koordiniert wurde die SchiLF von den Jugendsozialarbeiterinnen an Schulen (JaS) des BSZ Amberg, Melanie Dachs (Berufsschule) und Christina Fischer (FOSBOS).
Ein herzlicher Dank gilt Herrn Helmut Runge für die informative und praxisnahe Durchführung der Fortbildung sowie allen teilnehmenden Lehrkräften für ihr Interesse und ihre engagierte Mitarbeit.
Melanie Dachs und Christina Fischer / Jugendsozialarbeiterinnen BSZ Amberg